Als Reaktion auf steigende Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze: Deutsche Universitäten bieten neue Studiengänge an

Reifen wechseln - bald nur noch mit abgeschlossenem Bachelor-Studium?

Reifen wechseln – bald nur noch mit abgeschlossenem Bachelor-Studium?

München – Als Reaktion auf stetig sinkende Bewerberzahlen für klassische Ausbildungsberufe und den somit einhergehenden Facharbeitermangel bieten immer mehr deutsche Universitäten und Fachhochschulen neue Studiengänge an, um den Bedarf zu decken.

So auch die renommierte Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, hier werden ab sofort unter Anderem folgende Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten:

-Gebäudereiniger für historische Bauwerke
-Koch mit Fachgebiet „altdeutsche Esskultur“
-KFZ-Mechatroniker mit Schwerpunkt „deutsche Sportwagen der 50er und 60er“
-Bürokauffrau mit Fachgebiet „Anglizismen in sozialen Netzwerken“

Da klassische Ausbildungsberufe in der Gesellschaft offenbar kein besonders hohes Ansehen mehr genießen und somit bereits heute fast jeder zweite Schulabgänger ein Studium anstrebt, will man mit diesen neuen Studiengängen auf diese Entwicklung reagieren.
Dass viele dieser Berufe jedoch sehr wichtig für das alltägliche Leben sind, ist unbestritten und die Leistung die man in diesen erbringen muss, wird nur allzu häufig unterschätzt.
Die neuen Studiengänge zielen vor allem auf jene Schulabgänger ab, welche überzeugt sind, dass sie das Leistungsspektrum eines dieser Ausbildungsberufe voll und ganz erfüllen, dieses jedoch mit dem gesellschaftlich höheren Ansehen eines Master-Studiums verbinden wollen.

„Der Studiengang ‚Koch für altdeutsche Esskultur’ bietet mir nun endlich genau was ich wollte. Denn einerseits ist das Kochen deutscher Gerichte meine große Leidenschaft, doch heutzutage erntet man oft ungläubige Blicke, wenn man gefragt wird, was man den studiert habe und darauf antwortet: ‚Nichts, ich habe eine Ausbildung als Koch absolviert’“, erzählt der Koch-Student Thorsten Weger.

„Ein großes Problem bisher ist jedoch die zum Teil komplett fehlende praktische Erfahrung. Wir werden promovierte KFZ-Mechatroniker einstellen, welche in ihrem Leben noch nie einen Gabelschlüssel in der Hand hielten. Wir müssen den Herren und Damen Doktoren dann alles, was sie in der Theorie perfekt beherrschen erst in der Praxis zeigen. Dies kann Monate oder sogar Jahre dauern und bereitet mir ehrlich gesagt ziemliches Kopfzerbrechen“, so der Werkstattleiter Johannes Baumgartner.

Diesbezüglich gibt es derzeit sogar Überlegungen, die bisher rein theoretischen Studiengänge zukünftig in Kombination mit einem praktischen Teil zu kombinieren, um eine Art duale Ausbildung zu erhalten, welche die Studenten ideal auf den Arbeitsalltag vorbereiten kann.

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