Bundesregierung erwägt Entkriminalisierung von Drogen

Berlin – Die Bundesregierung erwägt offenbar die Entkriminalisierung der meisten bekannten Drogen. Mit eingeschlossen sind nicht nur sogenannte weiche Drogen, wie Cannabis, sondern auch harte Drogen wie Heroin oder das sich seit Jahren auf dem Vormarsch befindliche Crystal Meth.

Grund dafür sei der Drogenbericht für das Jahr 2015, aus dem hervorging, dass es gegenüber 2014 eine Steigerung von knapp 20% bei den Drogentoten gegeben hat. Nachdem dies bereits das vierte Jahr in Folge ist, bei dem die Anzahl der Toten, welche eindeutig auf Rauschgift zurückzuführen war, angestiegen ist, sieht die Regierung hier Handlungsbedarf.

Für die meisten Todesfälle unter den illegalen Drogen verantwortlich: Heroin

Für die meisten Todesfälle unter den illegalen Drogen verantwortlich: Heroin

„2015 starben mehr als 1200 Menschen in Deutschland an den Folgen von Rauschgiftkonsum, in den meisten Fällen Heroin. Wie Versuche in anderen Ländern gezeigt haben, verursacht eine Entkriminalisierung keinen Anstieg dieser Quote, im Gegenteil, Menschen die ein Suchtproblem haben, werden sich eher professionelle Hilfe suchen, wenn sie keine Strafverfolgung zu befürchten haben. Das Problem ist, wenn jemand bewusst Drogen konsumieren möchte, wird er diese auch bekommen, ganz egal ob diese legal sind oder nicht. Die gewaltigen Summen die derzeit für die Drogenfahndung ausgegeben werden, sollten stattdessen in bessere Aufklärung und Suchtprävention investiert werden. Nur so könne langfristig die Zahl der Toten gesenkt werden, gemäß dem Motto ‚berauschen – aber richtig!’, berichtet die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler (CSU) und zieht an ihrem Joint.
„Die meisten Todesfälle verursachen nach wie vor die legalen Drogen Tabak und Alkohol. Während jedoch sowohl die Zahl der Konsumenten als auch die gesellschaftliche Akzeptanz von Zigaretten seit Jahren stetig sinken, ist der Konsum von Alkohol nach wie vor in jeder Gesellschaftsschicht voll akzeptiert. Ich frage Sie, welchen Sinn macht es harte Drogen weiterhin zu verbieten, die jährlich ca. 1000 Tote verursachen, während jedes Jahr ungefähr 75000 Menschen an den Folgen von Alkohol sterben? Ich kann nur wiederholen, dass die Aufklärung und Prävention stark verbessert werden muss, nur dann können wir an diesen Zahlen etwas ändern“, so die CSU-Politikerin.

In der Bevölkerung fällt die Reaktion auf dieses Vorhaben währenddessen nicht so positiv aus: „Was, Rauschgift soll bald erlaubt sein? Dass sich letztendlich noch mehr Giftspritzer selber umbringen? Das ist ein Skandal. Erst letzte Woche hat man mir erzählt, dass sich wieder zwei Jugendliche in München mit Hasch totgespritzt haben. Freigeben, pah, erhöhen solltens die Strafen noch!“, empört sich der Münchner Erich Vogler und trinkt seine Vormittags-Halbe aus.

Alkohol - oft unterschätzt und doch die Droge mit den meisten Todesfällen

Alkohol – oft unterschätzt und doch die Droge mit den meisten Todesfällen

Die Regierung möchte jetzt nur noch die jeweiligen Mengen festlegen, die von einer Strafverfolgung ausgeschlossen sind. Pläne auch den Besitz von Alkohol zu regulieren, haben Verantwortliche jedoch wieder verworfen. Mortler dazu: „Sie wissen ja, wie aggressiv Alkoholiker sein können, dieses Risiko wollten wir nicht eingehen.“

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