Für größere Schlagzeilen: Format der BILD-Zeitung wird vervierfacht

Berlin – Wie der Axel-Springer-Konzern in Berlin mittlerweile bestätigt hat, wird das Format der Print-Ausgabe der BILD offenbar deutlich vergrößert.
Im Detail heißt das, dass man vom bisherigen, sogenannten „Nordischen Format“ abweicht und ein neues, eigenes Format etablieren möchte, welches sinngemäß künftig als „BILD-Format“ bezeichnet werden soll.
Während das bisherige Nordische Format, welches unter Anderem auch von der Süddeutschen Zeitung und der Zeit verwendet wird, in der Breite 400mm und in der Höhe 570mm misst, wird das neue Bild-Format die Maße 800 x 1140mm tragen.
Dies entspricht einer Vervierfachung der derzeitigen Seitengröße.

Laut dem Herausgeber des Boulevardblattes, Kai Diekmann, soll der so gewonnene Platz in erster Linie für größere und noch aussagekräftigere Schlagzeilen genutzt werden.

Das neue Logo, von der BILD-Redaktion unkenntlich gemacht

Das neue Logo, von der BILD-Redaktion unkenntlich gemacht

„Das bisher sehr beschränkte Format sorgte bisher dafür, dass wir bei der Formulierung von Überschriften nicht die gestalterische Freiheit hatten, die uns wichtig gewesen wäre. Dadurch waren wir oft gezwungen, unsere Schlagzeilen sehr knapp zu formulieren und ungebräuchliche Wortkombinationen zu erfinden, wie zum Beispiel ‚Schamlos-Prinz’ oder ‚Sonnenbrand-Hitze’. Die originellen Wortwitze dagegen resultieren jedoch nicht aus Platzmangel“, lässt der ehemalige Chefredakteur Diekmann verlauten. „Selbst unsere, heute bereits legendäre, Schlagzeile ‚Wir sind Papst’ aus dem Jahr 2005 war das Ergebnis einer zu geringen Seitenbreite. Ursprünglich war hierfür ein ganzer Satz als Überschrift geplant, welcher jedoch aufgrund der von uns für dieses besondere Ereignis gewählten Schriftgröße von 320pt, wieder verworfen wurde.

Generell führt die bei besonderen Anlässen – wie z. B. Papstwahlen, Unfälle oder Terroranschläge mit mindestens 30 (weißen) Toten und dem ständigen Ärger über Benzinpreise – stark erhöhte Schriftgröße von mindestens 240pt dazu, dass die Schlagzeilen oft knapper formuliert sind, als es der Verständlichkeit gut tut.

„Wir freuen uns mitteilen zu können, dass wir den gewonnenen Platz auf der ersten Seite für noch größere Überschriften und ein größeres, neu entworfenes BILD-Logo nutzen werden. Aber auch auf den Innenseiten wird es künftig noch mehr BILD für alle geben, unter anderem führen wir ab sofort eine eigene Seite für Richtigstellungen und Gegendarstellungen ein“, freut sich Chefredakteurin Tanit Koch.

Kritische Stimmen behaupten dagegen, das Mehr an Inhalt soll vor allem aus noch größeren Werbeanzeigen bestehen.
Sicher ist jedoch, die Zeitung wird sich durch ihr neues Format deutlich besser zum Abdecken des Bodens oder beim Einwickeln von Gegenständen verwenden lassen. Außerdem sollen so Kinder davon abgehalten werden, die Nacktfotos im Innenteil zu sehen, da sie die Zeitung schlicht nicht mehr aufgefaltet halten können.

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